Schafe besser füttern, Umwelt schonen  [30.01.26]

Mehr Tierwohl, Effizienz und Umweltschutz: Unter Leitung von Markus Rodehutscord, Professor an der Universität Hohenheim, wollen Forschende im Verbundprojekt VOvis die bestehenden Empfehlungen für die Energie- und Nährstoffversorgung von Schafen überarbeiten und auf den neuesten wissenschaftlichen Stand bringen. Die Aktualisierung soll dazu beitragen, die Tiere bedarfsgerecht zu versorgen, ihre Gesundheit und Leistung zu fördern sowie hochwertige und sichere Lebensmittel zu erzeugen. Gleichzeitig werden Nährstoffverluste verringert und die Umwelt- und Klimawirkung der Schafhaltung verbessert.

| Bildquelle: Ivan – stock.adobe.com (KEIN Pressebild, Abdruck und Weiterverbreitung sind nicht gestattet)


Die Schafhaltung hat sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gewandelt: Häufig unterstützen Schafherden beim Naturschutz und bei der Landschaftspflege. Viele Tiere sind heute größer, schwerer und leistungsfähiger als früher – sie geben mehr Milch, setzen mehr Fleisch an oder erzeugen mehr Wolle von hoher Qualität. Die bisherigen Fütterungsempfehlungen in Deutschland stammen aus einer Zeit, in der die Tiere eine andere Konstitution hatten und andere Haltungsbedingungen üblich waren.

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass eine besser auf den tatsächlichen Bedarf abgestimmte Fütterung nicht nur die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Schafe verbessern kann. Sie trägt auch dazu bei, dass die Tiere die Nährstoffe im Futter effizienter nutzen können und damit umwelt- sowie klimarelevante Ausscheidungen wie Stickstoffverbindungen reduziert werden.

Das Forschungsvorhaben VOvis unter Federführung der Universität Hohenheim setzt genau hier an: Auf Basis einer systematischen wissenschaftlichen Auswertung aller bisher national und international verfügbaren Daten sollen die bestehenden Versorgungsempfehlungen überprüft und – wo notwendig – angepasst oder ergänzt werden. Die Forschenden berücksichtigen dabei die große Vielfalt der Schafnutzung in Deutschland und die damit verbundenen unterschiedlichen Bedarfe, die sich aufgrund von Rasse, Geschlecht, Haltungsbedingungen und Nutzungsrichtung, wie Fleisch-, Milch- oder Wollproduktion sowie Landschaftspflege, ergeben.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie sich verschiedene Vegetationstypen – etwa Trocken- und Magerrasen oder Fettwiesen – als Futtergrundlage auf die Qualität und Sicherheit von Lebensmitteln tierischer Herkunft vom Schaf auswirken. Ziel sind fundierte Aussagen darüber, wie unterschiedliche Futter- und Standortbedingungen die Produktqualität beeinflussen.

Aus den ausgewerteten Daten entwickeln die Forschenden Rechenmodelle, mit denen sich der Nährstoffbedarf von Schafen je nach Nutzung, Rasse, Umwelt und Haltung bestimmen lässt. So entstehen flexible, zukunftsfähige Versorgungsempfehlungen. Dabei arbeiten die Projektbeteiligten eng mit dem Ausschuss für Bedarfsnormen der Gesellschaft für Ernährungsphysiologie sowie weiteren Sachverständigen zusammen. Ein Fachbeirat mit Expert:innen aus Praxis und Forschung begleitet das Projekt. Er unterstützt die Berücksichtigung praktischer Belange und den Ergebnistransfer in die Praxis.  

Projekt-Steckbrief

  • Titel: Versorgungsempfehlungen für Schafe − VOvis
  • Fördersumme: 640.064 Euro für die Universität Hohenheim
  • Förderinstitution: Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH), Projektträger: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
  • Dauer: 1.6.2025−31.5.2028
  • Beteiligte: Universität Hohenheim (Koordination), Universität Göttingen


Schwergewichte der Forschung

Als „Schwergewichte der Forschung“ gelten herausragende Forschungsprojekte mit einem finanziellen Volumen von mindestens 350.000 Euro bei den Experimental- bzw. 150.000 Euro bei den Sozial- und Gesellschaftswissenschaften.

 

Kontakt

Prof. Dr. Markus Rodehutscord, Universität Hohenheim, Fachgebiet Tierernährung,
+49 (0)711 459 22420, markus.rodehutscord@uni-hohenheim.de

 


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